Recherchesystem zur Philosophie

Bibliografien allg.
Autoren der Philosophie
Diskussionen zur Philosophie
Lexika allg.
Universitäten allg.
Themen und Disziplinen der Philosophie
Suchmaschinen im WWW
Bibliotheken
eText Archive allg.
Ressourcen zur Philosophie
eJournale und Magazine zur Philosophie
Epochen der Philosophie
 
 
 
Start Hilfe Einführung zur Philosophie Systematischer Index zur PhilosophieTop 10 auf dieser SiteKontakt
Suchen :  
Du bist ein anonymer Benutzer. Du kannst sich hier anmelden Zur Zeit gelistete Links: 555
[ Neuen Link melden ]
17. 01. 2018  
:
: Thesenpapier

Eingestellt von: Wolfgang Melchior


Konnektionismus und Symbolismus


Übersicht:
  • Begriffe
  • Körper-Geist-Problem nach G. Helm
  • Kognitionsmodelle
  • Putnams Funktionalismus und das Problem des funktionalen Isomorphismus
  • Begriffsfassungen des Verela-Maturana-Konnektionismus
  • Verela/Maturana: Baum der Erkenntnis (Summary)
  • Riegas: Wahrnehmung und zur Geschlossenheit des NVS (eine Kritik an Verela/Maturana)





    BEGRIFFE
    I. Lernbegriff:
    1. ontogenetisches Lernen:
    Lernen ist eine Verhaltensänderung aufgrund früher
    erfahrener (gespeicherter) Erfahrungen

    2. phylogenetisches Lernen:
    Durch eine Generationenabfolge unter kausaler Wirkung von Selektion
    und Mutation enstandener Drift in Richtung einer Anpassungsleistung.

    II. Der Baum der Erkenntnis:
    - Strukturdetermierende Systeme

    - System und Organisation

    - Konnektionistisches Netzwerk: backward propagations
    Back to top


    Helm: Symbolistischer Ansatz und das Körper-Geist-Problem:
    1. Problem:
    Ausgangspunkt:
    (1) die kausale Geschlossenheit der physikalischen Welt
    Problem ist eine kausale Beschreibung mentaler Zustände und
    Prozesse:
    Dazu kommen folgende Zusatzannahmen:
    (2) kausale Wirksamkeit mentaler Prozesse/Zustände u.u.

    (3) mentale Zustände keine physikalische Zustände

    (3) Widerspruch zu (1) + (2)

    2. Lösungswege:

    - weil (1) falsch,d.h.: es gibt physikalisch beschreibbare
    Ereignisse, die keine physikalischen Ursachen oder Wirkungen
    besitzen

    Problem: wie geht eine kausale Interaktion zwischen mentalen und
    physiskalischen Prozessen zustande?

    - weil (2) falsch ist --- psychphysischer Paralleismus

    weil (3) falsch ist: --- materialistsicher Monismus: Problem
    der pühysikalischen Identifikation mentaler Zustaände
    Back to top


    Kognitionsmodelle
    1. Behaviorismus:
    1.1. Empirischer Behaviorismus (Skinner, Watson)
    oder
    Black-Box-Modell:
    - Input und Outputs sind empirische, meßbare Daten
    (Verhalten) mit best. Frequenz, Amplitude usw.

    - mentale Zustände werden entweder ausgeklammert (rigides
    black-box-Modell)

    - oder identifiziert mit der kausalen Wechselwirkung zwischen
    Reiz und Reaktion

    1.2. Logischer Empirismus (Ryle)
    - Psychische Zustände sind manifestes oder dispositionales
    Verhalten. Vgl. Operationaler Verifikationismus: Bedeutung ist
    die Methode der Verifikation

    - Ausagen von psychischen Zuständen sind Aussagen über
    Verhaltenskonditionale

    - Jedes mentale Prädikat ist eine Konjunktion endlich
    vieler behavioraler Konditionale:

    Wenn Person x in einer Situation A (circumstances) wäre,
    würde er das Verhalten m zeigen.

    (dabei werden A und m in einem behavioralen Vokabular formuliert)

    Problem: nicht alle ceteris paribus sowie Umstände A lassen
    sich ohne Rückgriff auf mentale Prädikate formulieren

    2. Putnams Funktionalismus

    c) Identitätstheorie: Korrelierung von neurophysiologischer
    Zustände mit mentalen

    c1) type-type identity: Identität von Typen mentaler
    Zustände und neurophysiologischer Zustände.

    Schmerz, Freude, Wollen usw. entsprechen alle demselben Typ von
    neurophysiologischem Zustand, etwa: der Reizung einer ganz
    bestimmten Klasse von Nervenfasern oder Neuronen.

    - Vorteil: kausale Geschlossenheit, da alle mentale
    Zustände vollständig in physikalischem Vokabular
    formuliert werden können

    - Nachteil: die Vielfalt
    physiologischer Realisierung mentaler
    Zustände ("Schmerz empfinden") macht eine ein-eindeutiger
    Zuordnung schwer, wenn nicht unmöglich
    (multiple-realization-argument)

    Auswege:

    1.) Beschränkung auf best. Spezies: mentale Zustände
    von Spezies x

    2.) Mentale Zustände sind die Disjunktion sämtlicher
    möglicher neurophysiologischer Zustände -- Problem:
    was ist Bedeutungsgleichheit dann noch
    Back to top


    Das Problem des funktionalen Isomorphismus

    Isomorphie ist ein Kunstwort: (vgl. Putnam: Mind. Language and
    raelity: Philosophy and our Mental Life

    Putnam: "Two systems are functionally isomorphic if there is a
    correspondence between the states of one and the states of the
    other that preserves funcional relation"


    Dies Definition ist nat. ebenso dunkel wie nichtssagend, weil
    nicht klar ist, wie die Korrespondenz zwischen den
    Zuständen zwischen den jeweils beiden Systemzuständen
    (paarweise geordnet?) auszusehen hat.

    Geg. sei eine Funktion FI und zwei Zustände eines Systems A
    und B, wobei eine reine Folgebeziehnung zwischen beiden
    Zuständen vorherrscht: A und dann B, dann gilt:

    FI ist dann und nur dann eine Isomorphiefunktion, wenn A auf B
    folgt und im anderen System FI(A) auf FI(B). Die Beziehungen
    sind hier simple Folgebeziehungen.

    Modelltheoretisch oder strukturalistisch ausgedrückt
    heißt dies:

    T sei eine Theorie eines System 1, dann ist FI eine Funktion
    zwischen System 1 und System 2, so daß jede Eigenschaft
    und Beziehung von System 2 so abgebildet wird, daß T
    dieselben Wahrheitswerte enthält, wenn alle Bezüge zu
    System 1 durch Bezugnahmen auf System 2 ausgetauscht werden.

    Noch anders: Beide Systeme müssen durch den Isomorphismus
    als gleichberechtigte Modelle derselben
    psychologisch-funktionalistsichen Theorie T gelten (Fodor).
    Diese Theorie beschäftigt sich also eo ipso nicht mit
    konkreten Strukturen, sondern mit abstrakten, nämlich all
    soclhen, zwischen denen Isomorphiebeziehungen gelten.



    Isomorphiebeziehungen sollten im funktionalistischen Modell
    Folgendes sicherstellen: auf was es ankommt, sind die
    Bestandteile im Lichte ihrer Funktion für das Gesamtsystem
    und daher ihre Relationen zu anderen Bestandteilen.

    Daher ist unerheblich, ob eine Maschinentafel einer universellen
    Turing-Maschine durch Schweizer Käse, Neuronen, Eisen oder
    Silzium-Halbleiter realisiert wird!

    Genau dieses Paradigma der Irrelevanz der Realisation von
    Systemorganisation/struktur sollte der Konnektionismus zuerst
    angreifen.



    Die Isomorphiemetapher der starken KI nahm sich so aus: für
    ein intelligentes System ist es völlig unerheblich, ob es
    physikalisch durch Neuronen, Chemotransmitter, Axone, Dendriten
    usw. oder durch elektrische Halbleiterkreise realisiert wird



    Ein monistischer Materialismus wäre nicht mehr haltbar, da
    die Identität von mentalem und physikalischem bei
    isomorpher Raelisierung nicht mehr gegeben wäre.
    Back to top



    Der Baum der Erkenntnisse:
    1. Begriffsfassungen

    Das Problem operationeller Geschlossenheit:

    - Ein Beobachter stellt Verhaltenskoordinationen zwischen Milieu
    und Organismus fest

    - Der Organismus arbeitet nur mit Hilfe interner Korrelationen

    - Mangel der Infotheorie:
    * keine Isomorphie zwischen sendendem Milieu und empfangendem
    Organimsus wie

    * alle Stimuli und Interaktionen sind nicht instruktiv: es gibt
    nichts, wodurch def. wäre, welche Verarbeitung ein ganz
    bestimmter Reiz nach sich zieht.

    -- es gibt keinen Input


    strukturelle Übereinstimmung von Organismus und Milieu
    während der Ontogenese

    Evolution:
    Übereinstimmungsverhältnis mit dem dem
    Medium wird bewahrt durch ständiges Driften hindurch

    Es ändert sich: Struktur des Organismus, nicht seine
    Organisation

    Mechanismus: Bewahrung der Anpassung!

    Auslese: Folge von oragnisationserhaltenden Abstammungslinien

    Konsensualität: Verhaltenskoordination durch rekurrente
    Interaktion

    Auslösung und Determination: durch Interaktionen werden nur
    Reaktionen innerhalb des Systems ausgelöst, determiniert
    werden sie durch die Struktur

    aber: durch Modifikation der Umwelt ist es möglich den
    Bereich von Perturbationen einzuengen.

    Individualität realisiert sich durch Zusammenleben

    Kognition: Zuschreibung von Verhaltenskoordinationen eines
    Systems in einem Milieu relativ zu bestimmten Kriterien
    (Unterscheidungen); jede Referenz ist ein Akt von
    Unterscheidungen relativ zu bestimmten Kriterien

    Autopoiesis: Eigenschaft von Systemen, die Netzwerke der
    Produktion ihrer Komponenten sind

    Netzwerk ist zugleich Produkt als auch Produzierendes

    Nicht aus empirischen Forschung abgeleitet!

    Nervensystem: Netzwerk von Relationen neuronaler
    Aktivitäten zwischen neuronalen Elementen mit maximal
    distributierter Dimension. Es ist geschlossen, aber nicht
    autopoietisch!

    Computersimulation und AI: Modelle von Beschreibungen
    biologischer Phänomene anstatt von diesen selbst. Das
    simulierte autopoietische System exisitiert weder als Programm,
    noch als Compi selbst, sondern in einem virtullen Raum

    Programm heißt externe, symbolische Determiniertheit

    dagegen Lebewesen: Erzeugung bestimmter Relationen,
    Plastizität lebender Systeme: dieselben Dinge auf
    verschiedene Weise tun können.

    Entscheidend ist: Lebewesen besitzen kein internes Programm,
    sondern interne Korrelierungen von Aktivitäten (Natrum und
    Wasser Beispiel).

    -- Nichtspezifiziertheit von Verhalten

    Neurophysiologie und Kognition:

    - kein Fortschritt

    - Korrelationen sind klar: weil Eingriffe in die interne Dynamik
    des Systems

    - nicht hinreichend: Beobachtung Läsion von Area A bewirkt
    Verlust von Verhaltenskoordniantion X reicht nicht aus für
    die Behauptung: Area A realisiert die Funktion X

    - das Netzwerk arbeitet nicht mit Repräsentationen der
    Außenwelt, es arbeitet vermittels interner Relationen
    (Froschexperiment vs. Umkehrbrillenexperiment)

    - für Umkehrbrillenexperiment gilt die Flexibilität
    des Nervensystems

    Funktionalistische Theorien (Fechner, Weber):

    - es gibt immer Korrelationen zwischen Stimulus und Reaktion ,
    da strukturelle Übereinstimmung!

    - Korrelation geben auch die gemeinsame Geschichte (der
    strukturellen Kopplung) zwischen Milieu und Organimsus wieder

    Beobachter und Nervensystem:

    - wir alle sind Beobachter

    - Beobachtung heißt Unterscheidungen treffen und danach
    Beschreibungen anfertigen

    - ist selbst eine Operation und keine ontologische
    Differenzierung und daher abhängig von der strukturellen
    Koppelung

    - Dualismus: Phänomene der internen Dynamik und solche der
    Interaktionen, voneinander geschieden: neuronales Netzwerk und Verhalten des ganzen Organismus

    ergo: die Trennung von Beobachter und Nervensystem entspringt
    der Trennung von geschlossenem Netzwerk und beobachtbarem
    Verhalten des Gesamtsystems im Medium; der Wahrnehmungsapparat
    hat keinen informativen Zugang zur Außenwelt (Illusion und
    Realität)

    - keine ontologische Differenz, sondern operationell: Beobachter
    kann die Folgen von Operationen des Netzwerkes beobachten.

    - er kann die Interaktionen beschreiben, sofern sie
    strukturdeterminiert sind

    Bewußtsein: eine Reflexion, eine Art von Beschreibung
    eines Beobachters bei der Beobachtung interagierender lebender
    Systeme und ihrer
    Regelmäßigkeiten

    Teleonomie: hat nur heuristischen Wert, bestimmte
    Erkenntnisleistungen
    Back to top


    2. Maturana/Verela: Baum der Erkenntnis (ab S. 148)

    Beobachter: Unterscheidung einer Einheit

    - von anderen Einheiten seines Organismus

    - von seinem Milieu

    Betrachtung der mit dem Milieu interagierenden Einheit,
    relational

    -- innere Dynamik ist irrelevant

    Operieren: für die interne Dynamik existiert dieses Milieu
    nicht

    Nur ein Beobachter erkennt Korrelationen zwischen operierendem
    system und Milieu

    Strukturdeterminiertheit: Resultat beobachteter
    Unterscheidungen, die festlegen, welche Interaktionen
    strukturverändernd sind oder welche Konfigurationen des
    Milieus Strukturveränderungen auslösen können.

    Problem: Opeieren des Systems repräsentiert diese
    Korrelationen

    Sensomotorische Koppelung: rekursiv, invariant und rekurrent

    Sensorische Fläche wird perturbiert -- Bewegungsmuster
    (Beobachter) -- Invarianz der inneren Relationen (Chemotaxis)

    Entschiedend ist die neuronale Struktur: interne Koppelung
    über Synapsen

    Netz: Interneuronen und ihrer Konnektivität (Gehirn) --
    Flexibilität und Plastizität

    Repräsentationales Modell: lineare Informationsverarbeitung
    vs. Reziprozität

    Beobachter: Lernen als Verhaltenskoordination im Einklang mit
    einem sich verändernden Milieu; diese Geschichte = Erlernen

    angeborenes und erlerntes Verhalten nicht unterschieden, solange
    nicht die Geschichte der Interaktionen des systems in seinem
    Milieu bekannt sind.

    Erkenntnis ist kontextabhängig, in einem vom Beobachter
    formulierten strukturell gekoppelten System mit seiner Umgebung
    relational zu einer Fragestellung



    Soziales Verhalten:

    koontogentisches Driften als Koppelung dritter Ordnung

    wichtig im Hinblick auf die Fortpflanzung

    Kommunikation ist Verhaltenskkordination für einen
    Beobachter als gegenseitiges Auslösen innerhalb einer
    sozialen Einheit (Population)

    In sozialen System verwirklichen die Individuen ihre Ontogenese
    als Teil eines Netzwerkes von Koontogenesen, welches sie selbst
    hervorbringen

    Nachahmung als sozaile Verhaltenskoordination

    kulturelles Verhalten: transgenerative Invarianz von
    ontogentisch erworebenen Verhaltensweisen in der kommunikativen
    Dynamik eines sozialen Systems

    SPRACHE:

    semantische Beschreibung: Beschreibung von Interaktionen
    zwischen Individuen als ob die Bedeutung eine Determinatnte der
    Interaktionen wäre
    Back to top




    RIEGAS und die Geschlossenheit des Nervensystems

    Illusionen sind nur entkräftbar durch:

    - zusätzliche Erfahrungen durch sprachliche Mitteilungen
    anderer mit Autorität

    - andere Wahrnehmungsdimensionen

    Wahrnehmungen sind nicht unmittelbar überprüfbar, im
    Sinne einer Überprüfung eines realen Gegenstandes

    Psychophysik

    Beziehung zwischen physikalischen Eigenschaften von
    Gegenständen und deren Reizempfinden (Gewicht, Temperatur)

    -- korrelativer Zusammenhang zwischen physikalischen Merkmalen
    der Reize und der subjektiven Empfindung: auslösende Reize
    sind informativ für das Zentralnervensystem

    Frabwahrnehmung ist:

    - selektiv: beschränkt auf einen klienen
    Wellenlänegnbereich

    - unregelmäßig und unterschiedlich sensitiv für
    verschiedene Farben

    - verzerrend: gleiche physikal. Reize -- unterschiedl.
    Wahrnehmung u.u.

    - konstruktiv: qualitative Differenzen

    -- keine Korrelation zwischen Farbwahrnehmung und physikal.
    Eigenschaften

    Korrelation der Ganglienzellenaktivität mit den Farbnamen,
    nicht mit physikal.
    Farbeigenschaften

    Das menschliche Auge: querverschaltete Gagnglienzellen

    - laterale Hemmung

    - Hebbsche Aktivierung

    - Aktivierung über weite Strecken

    also: keine lineare Korrelation beweist nicht die
    Geschlossenheit des Nervensystems

    Farbtäuschungen

    Farbschattenexperimente beweisen Kontextabhängigkeit von
    Farbwahrnehmnungen und die Konstruktivität von Rezeption
    (situativ bedingte und kontextabhängige Illusionen)

    Typisch? Nein!


  • (1537 mal gelesen) Diesen Artikel per eMail senden Druckbare Version
     

     
    [Recherchesystem zur Philosophie]
    [eMail]
    [Disclaimer]
    © Copyright: Wolfgang Melchior, 1997-2013