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23. 06. 2018  
:
: Sokrates

Eingestellt von: Wolfgang Melchior
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Bild 1: Sokrates

SOKRATES
geb. um 470, gest. 399 v. Chr.


Sokrates wurde im Jahre 399 v.Chr. zum Tode durch Vergiften verurteilt und gilt als Urvater der Philosophie. Geboren wurde er um das Jahr 370 v. Chr.als Sohn des Bildhauers Sophroniskos und der Hebamme Phainarete. Um Sokrates bzw. seine als Philosophia bezeichnete Wissenschaft zu verstehen, ist es wichtig, sich sein geistiges und sozio-ökonomisches Umfeld vor Augen zu führen, welches im folgenden abrißhaft dargestellt werden soll.

Sokrates wuchs in einer Krisenzeit auf: die Athenische Demokratie entlarvte sich zunehmend selbst als ein oligarchisches System, in dem die herrschenden Clans nur mehr darauf bedacht waren ihre Rechtfertigungsideogie möglichst volksnah, heute würde man sagen populistisch, zu verkaufen. Dazu paßten die Sophisten, Handlungsreisende in Sachen Weisheit und Rhetorik, die ihr Wissen gegen Geld an Privatleute verkauften.


Paradoxerweise hat gerade der Komödiendichter Aristophanes in seinem Werk "Die Wolken" (ai nephylai) diesen
Typus des Sophisten karikiert: es stellt Sokrates dar, der mit seinen
Schülern im "Denkhaus" sitzt und in rabulistischer Weise den Leuten die Köpfe verdreht.. Die "Wolken" formulieren bereits die Anklagepunkte, wegen der Sokrates später verurteilt werden sollte: Zeus wird durch einen kosmogonischen Wirbel ersetzt (Atheismusvorwurf), die Jugend wird aufgefordert, ihren Eltern kritisch zu begegnen, ja diesen sogar die Schläge von einst heimzuzahlen (Vorwurf des Jugendverführung) und die Sitten werden solange rhetorisch verdreht bis sie nur mehr als Zerrbild vermutet werden können (Vorwurf der Sittenverderbnis).

Diese sophistische Karikatur trifft Sokrates doppelt hart, war er selbst doch angetreten, um den Sophismus und ihre Vertreter als hyberbolische, der Selbstüberschätzung anheimgefallene Pseudowissenschaft zu entlarven. Die überwiegende Anzahl der Dialoge, selbst wenn sie historisch nicht auf Sokrates zurückgehen, sind Versuche, Sophisten ihr zum Teil partikulares
Scheinwissen nachzuweisen. Gleichzeitig beeilt sich Sokrates immer wieder, die eigene erkenntnisbezogene wie materielle Bescheidenheit zu betonen (Apologie; "Ich wieß, daß ich nichts weiß"). Dem entspricht das Begriffspaar Sophismus-Philosophie. Während der Sophismus nahlegt, seine Vetreter seien bereits im Besitz der Weisheit (sophia=Weisheit), kreiert Sokrates den Begriff der Philosophia, der Liebe zur Weisheit. Im Besitz der Weisheit kann nur "die Gottheit" sein, wie er in der Apologie sagt.


Methodik

1. Induktion
Die Menschen müssen sich demnach über eine wissenschaftliche Methode an die Weisheit/Wahrheit heranarbeiten, worin auch der erste große Unterschied zum eklektisch vorgehenden, methodenblinden Vorgehen der Sophisten zu sehen ist. So schreibt Aristoteles in seiner Metaphysik:"Zwei Entdeckungen sind es, die man mit Recht dem Sokrates zuschreiben kann: die induktive Rede und die begriffliche Bestimmung des Allgemeinen. Diese beide Entdeckungen betreffen das Prinzipielle der Wissenschaft" Der Sokratische Induktionismus (gr, Epagog

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